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Antidiskriminierung
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Helmuth Waasem
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An die Nachgeborenen
Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten!
Ihr aber, wenn es soweit sein wird
Dass der Mensch dem Mensch dem Menschen ein Helfer ist Gedenkt unsrer
Mit Nachsicht.
In die Städte kam ich zu der Zeit der Unordnung
Als da Hunger herrschte.
Ach, wir
Die wir den Boden bereiten wollen für Freundlichkeit
Konnten selber nicht freundlich sein.
Dabei wissen wir ja
Auch der Hass gegen die Niedrigkeit
Verzerrt die Züge.
So verging meine Zeit
Die auf Erden mir gegeben war.
Ich wäre gerne auch weise
In den alten Büchern steht, was weise
ist:
Sich aus dem Streit der Welt halten und die kurze Zeit
Ohne
Furcht verbringen
Auch ohne Gewalt auskommen
Böses mit Gutem
vergelten...
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Denn wie man sich bettet, so liegt man
Es deckt einen keiner da
zu
Und wenn einer tritt, dann bin ich es
Und wird einer getreten,
dann bist's du.
Geld macht sinnlich
An einem grauen Vormittag
Mitten im Whisky
Kam Gott nach Mahagonny
Mitten im Whisky
Bemerken wir Gott in Mahagonny.
Auf nach Mahagonny!/ Die Luft ist kühl und frisch.
Schöner, grüner Mond von Alabama/ Leuchte uns!
Oh, show us the way
To the next whisky-bar.
Laßt euch nicht verführen/ Es gibt keine Wiederkehr./ Der Tag
steht vor den Türen/ Ihr könnt schon Nachtwind spüren/ Es kommt kein
Morgen mehr.
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Ballade von der Hanna Cash
Durch fünfzig Jahr in Nacht und Wind
Sie schliefen in einem
Bett.
Das war die Hanna Cash, mein Kind
Gott mach´s ihr einmal wett.
Beim Lesen des Horaz
Selbst die Sintflut
Dauerte nicht ewig.
Einmal verrannen
Die schwarzen Gewässer.
Freilich, wie wenige
Dauerten länger!
Choral vom Manne Baal
Seid nur nicht so faul und so verweicht/ Denn Genießen ist bei Gott nicht leicht!
Alle Laster sind zu etwas gut/ Und der Mann auch, sagt Baal, der sie tut
Der Aufstieg des Arturo Ui
Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!
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Der gute Mensch von Sezuan
Verehrtes Publikum, jetzt kein Verdruss:
Wir wissen wohl, das ist
kein rechter Schluss.
Vorschwebte uns: Die goldene Legende.
Unter der
Hand nahm sie ein bitteres Ende.
Verehrtes Publikum, los, such dir selbst den Schluss!
Es muß ein guter da sein, muss, muss, muss!
Darum sagt' ich: lass es!
Sieh den grauen Rauch
Der in immer kältre Kälten geht: so Gehst du auch.
Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen
Den Vorhang zu und alle Fragen offen.
Die heilige Johanna der Schlachthöfe
Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht und/ Es helfen nur Menschen, wo Menschen sind.
Der Jasager. Der Neinsager.
Wer a sagt, der muss nicht b sagen.
Er kann erkennen, dass a falsch war.
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Der Pflaumenbaum
Im Hofe steht ein Pflaumenbaum
Der ist klein, man glaubt es kaum.
Er hat ein Gitter drum
So tritt ihn keiner um.
Der Radwechsel
Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.
Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.
Warum sehe ich den Radwechsel
Mit Ungeduld?
Die Ausnahme und die Regel
In dem System, das sie gemacht haben
Ist Menschlichkeit eine Ausnahme.
Die Lösung
Wäre es da
Nicht doch einfacher, die Regierung
Löste das Volk auf und
Wählte ein anderes?
Die Maßnahme
Nur belehrt von der Wirklichkeit, können wir
Die Wirklichkeit ändern.
Denn der einzelne hat zwei Augen
Die Partei hat tausend Augen.
denn
Furchtbar ist es, zu töten.
Aber die Partei kann nicht vernichtet werden
Denn sie beruht auf
der Lehre der Klassiker
Welche geschöpft ist aus der Kenntnis der
Wirklichkeit
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Die Mutter
Fürchtet doch nicht so den Tod
und mehr das unzulängliche Leben!
Das Sichere ist nicht sicher.
So, wie es ist, bleibt es nicht.
Die Rückkehr
Die Vaterstadt, wie find ich sie doch?
Folgend den Bomberschwärmen
Komm ich nach Haus.
Deutsche Kriegsfibel 1937
General, der Mensch ist sehr brauchbar.
Er kann fliegen und er kann töten.
Aber er hat einen Fehler:
Er kann denken.
Die Oberen sagen:
Es geht in den Ruhm.
Die Unteren sagen:
Es geht ins Grab.
Deutschland
O Deutschland bleiche Mutter!
Wie sitzt du besudelt Unter den Völkern.
Unter den Befleckten Fällst du auf.
Mögen andere von ihrer Schande
sprechen, ich spreche von der meinen.
Dreigroschenoper
In dem Bordell, wo unser Haushalt war.
Denn die einen sind im Dunkeln
Und die andern sind im Licht
und man siehet die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht.
Wach auf, du verrotteter Christ!
Mach dich an dein sündiges
Leben
Zeig, was für ein Schurke du bist
Der Herr wird es dir dann
schon geben.
Erst kommt das Fressen,
dann kommt die Moral.
Ein guter Mensch sein/ Ja wer wär´s nicht gern?
Und der Haifisch, der hat Zähne
Und die trägt er im Gesicht
Und Macheath, der hat ein Messer
Doch das Messer sieht man nicht.
Meine Herren, heute sehen Sie mich Gläser abwaschen
Und ich mache
das Bett für jeden.
Und Sie geben mir einen Penny, und ich bedanke
mich schnell Und Sie sehen meine Lumpen und dies lumpige Hotel
Und
Sie wissen nicht, mit wem Sie reden.
(Dreigroschenoper, Seeräuber-Jenny)
Ja, da kann man sich doch nicht nur hinlegen
Ja, da muss man kalt und herzlos sein.
Der Mensch lebt durch den Kopf
Der Kopf reicht ihm nicht aus
Versuch es nur, von deinem Kopf
Lebt höchstens eine Laus.
Denn für dieses Leben
Ist der Mensch nicht schlau genug...
Nur dadurch lebt der Mensch, dass er so gründlich
Vergessen kann, dass er ein Mensch doch ist.
Ihr Herren, bildet euch nur da nichts ein
Der Mensch lebt nur von Missetat allein.
Das Recht des Menschen ist's auf dieser Erden
Da er doch nur kurz lebt, glücklich zu sein...
Verfolgt das Unrecht nicht zu sehr, in Bälde
Erfriert es schon
von selbst, denn es ist kalt.
Bedenkt das Dunkel und die große Kälte
In diesem Tale, das von Jammer schallt.
Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm!
Die Welt ist arm, der Mensch ist schlecht
Da hab ich eben leider recht!
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Einheitsfrontlied
Drum links, zwei, drei!
Wo dein Platz, Genosse, ist!
Reih dich ein in die Arbeiterfront
Weil du auch ein Arbeiter bist.
Erinnerung an die Marie A.
und fragst du mich, was mit der Liebe sei?
So sag ich dir: ich kann mich nicht erinnern
Und über uns im schönen Sommerhimmel
War eine Wolke, die ich
lange sah
Sie war sehr weiß und ungeheuer oben
Und als ich aufsah,
war sie nimmer da.
Fragen eines lesenden Arbeiters
So viele Berichte/ so viele Fragen
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Gedanken über die Dauer des Exils
Schlage keinen Nagel in die Wand!
Wirf den Rock auf den Stuhl!
Warum vorsorgen für vier Tage? Du kehrst morgen zurück.
Kinderhymne
Anmut sparet nicht noch Mühe
Leidenschaft nicht noch Verstand.
Dass ein gutes Deutschland blühe
Wie ein andres gutes Land.
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Legende von der Entstehung des Buches Taoteking
Als er Siebzig war und war gebrechlich
Drängte es den Lehrer doch nach Ruh
Dass das weiche Wasser in Bewegung
Mit der Zeit den mächtigen Stein besiegt.
Du verstehst, das Harte unterliegt.
Denn man muss dem Weisen seine Weisheit erst
entreißen. Darum sei der Zöllner auch bedankt: Er hat sie
ihm abverlangt.
Leben des Galilei
Nimm dich in acht,
wenn du durch Deutschland fährst
und die Wahrheit unter dem Rock trägst.
Unglücklich das Land, das keine Helden hat... Nein. Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.
Wenn die Wahrheit zu schwach ist, sich zu verteidigen,
muß sie zum Angriff übergehen.
Die Wahrheit im Sacke
Die Zung in der Backe
Schwieg er acht Jahre, dann war's ihm zu lang.
Wahrheit, geh deinen Gang.
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Legende vom toten Soldaten
Doch der Soldat, so wie er's gelernt
Zieht in den Heldentod.
Mann ist Mann
von den sicheren Dingen
Das Sichere ist der Zweifel.
Mutter Courage
Das Frühjahr kommt.Wach auf, du Christ!
Der Schnee schmilzt weg.
Die Toten ruhn
Und was nicht gestorben ist
Das macht sich auf die
Socken nun.
Von Ulm nach Metz, von Metz nach Mähren!
Mutter Courage ist
dabei!
Der Krieg wird seinen Mann ernähren
Er braucht nur Pulver zu
und Blei.
So mancher wollt so manches haben
Was es für manchen gar nicht
gab:
Er wollt sich schlau ein Schlupfloch graben
Und grub sich nur
ein frühes Grab.
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Schlechte Zeit für Lyrik
In einem Lied ein Reim
Käme mir fast vor wie Übermut.
In mir streiten
Die Begeisterung über den blühenden Apfelbaum
Und das Entsetzen über die Reden des Anstreichers.
Aber nur das
zweite
Drängt mich zum Schreibtisch.
Soldaritätslied
Vorwärts und nicht Vergessen
Worin unsere Stärke besteht!
Beim
Hungern und beim Essen
Vorwärts und nicht vergessen
Die Solidarität!
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Thomas Mann über Bertolt Brecht
Das Scheusal hat Talent.
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Vom armen B.B.
In mir habt ihr einen,
auf den könnt ihr nicht bauen.
Von diesen Städten wird bleiben: der durch sie hindurchging, der Wind!
Wir wissen, daß wir Vorläufige sind
Und nach uns wird kommen nichts Nennenwertes.
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Von der Kindsmörderin Marie Farrar
Denn alle Kreatur braucht Hilf von allen.
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in Europa,
Einsatzgebiete sind: die stationäre Pflege oder
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